Jeden Tag eine gute Tat

Jeden Tag eine gute Tat - oder manchmal sogar zwei

Uns wurde ja schon häufiger nachgesagt, dass wir verrückt sind. Aber seit dem wir Herr im eigenen Stall sind, werden unsere Projekte immer bekloppter. So würde es wahrscheinlich ein vernünftiger Mensch bezeichnen. Aber wir sind nun einmal nicht vernünftig. Wir sind absolut emotional und bauchgesteuert (dass an diesem Zustand aktuell auch eine Überdosis Hormone beteiligt ist, möchte ich nicht bestreiten). Fairerweise möchte ich erwähnen, dass diese Aktion nicht nur auf meinem Mist gewachsen ist, sondern  zum großen Teil durch unsere Mama Meggy angestoßen wurde.

 

Grundidee war es den Hof mit neuem Leben zu füllen (natürlich in Form von Equiden). Gerade Babys und Youngster haben bei uns tolle Möglichkeiten pferdegerecht aufzuwachsen. Wenn wir dann schon einmal dabei sind unsere Familie zu ergänzen, so wollten wir zugleich auch etwas Gutes tun. Für uns war schnell klar, dass wir zwei kleinen Babys, die einen vermurksten Start in diese Welt hatten, ein besseres Leben ermöglichen wollen; ihnen einen Neuanfang zu schenken. Somit entschieden wir uns dazu nach geeigneten Schlachtfohlen zu suchen. In Österreich wurden wir schließlich fündig.

 

Ich möchte an dieser Stelle keine Diskussionen über Mitleidsaktionen oder dergleichen lostreten. Wie wir mittlerweile erfahren haben, gibt es in der Schweiz und auch in Österreich einen großen saisonalen Pool an Schlachtfohlen. In beiden Ländern werden die beiden einheimischen Rassen (in der Schweiz Freiberger und in Österreich die Noriker) im Übermaß gezüchtet. Grund hierfür ist, dass die Züchter für jedes 'produzierte' Fohlen eine Prämie bekommen, unabhängig davon, was mit dem Nachwuchs letztlich passiert. So kommt es, dass jedes Jahr Unmengen an Fohlen auf den regionalen Fohlenschauen vorgestellt werden. Die Stuten haben meist mehr Glück, denn sie können ja neue Nachkommen heranziehen. Viele kleine Hengste aber werden für nicht gut genug befunden und aussortiert. Meist scheitert es dann an unerwünschter Farbe und Abzeichen. Entweder findet sich dann auf der Schau ein Kaufinteressent oder die 'Ausschussware' wird dann von Schlachtern aufgekauft und bis zum Transport nach Italien gesammelt. Dort gilt Pferdefleisch nämlich als Delikatesse und erzielt einen höheren Kilopreis. So werden jährlich jede Menge gesunde und schöne Fohlen für die Wurst gezüchtet. Wir entschieden uns daher bewusst für solche Fohlen, da unser Kauf aus Mitleid oder Empathie rein gar nichts an diesem Zustand ändern wird, so traurig es klingt. Dadurch fördern wir kein weiteres Tierleid, sondern helfen lediglich zwei kleinen Babys doch noch ein schönes Pferdeleben verbringen zu dürfen.

 

Da wir uns nun mitten in der Schlachtfohlensaison befinden, ist der Markt voll und es war nicht leicht zu entscheiden, wer ein Ticket ins Leben erhält. Wir sind schließlich in Österreich fündig geworden: zwei kleine Noriker-Hengste sollten es werden.

Ich nahm dazu Kontakt mit der Schlachtfohlenhilfe "of Golden Summer" auf. Die liebe Elisa übernahm dann die Vermittlung der beiden Jungs und organisierte sogar den Transport für uns. Das alles ging sehr schnell und verlief absolut reibungslos.

Gestern Nacht dann war der große Verladetag gekommen. Natürlich waren wir aufgeregt. Einen Blindkauf hatten wir ja noch nie gemacht. Gerade wenn der Transporttag immer näher rückt, kann man schon ins Zweifeln geraten: Wie sind die Fohlen? Ist die Vermittlerin wirklich seriös? Sind die Ponys gesund? Gehen sie auf den Hänger? Wie überstehen sie den Transport? ...

 

Daher waren wir alle sehr beruhigt, als sich unser Fahrer Michael (Transporte   Graus Michael   Bad Aibling, www.Mein-Pferdetransport.de) gestern um 21:14  Uhr bei uns meldete und versicherte, dass die beiden Süßen wohlauf im Hänger stehen würden. Auf ging die Fahrt vom österreichischen Linz ins Westmünsterland!

 

 

Michael sorgte sich während des Transportes super um die beiden Kleinen und überwachte sie die ganze Zeit über. Dank seiner Fürsorge kamen beide heute Morgen endlich völlig ruhig um 7:20 Uhr bei uns auf dem Hof an.

 

Wir waren von der ersten Minute an einfach nur verzückt! Wirklich zwei super knuffige Riesenbabys mit gewaltigen Popos! Die Jungs wurden von unserer Ponybande mit aufgeregtem Wiehern begrüßt und durften neben unserem spanischen Macho in einer gemütlichen Doppelbox einziehen, um sich erst einmal an alles zu gewöhnen. In den nächsten Wochen arbeiten wir dann in Ruhe auf eine Männer-WG hin. Nach kurzem Aufruhr in der Gasse kehrte dann aber ganz schnell Ruhe ein.

 

Uns bleibt nur zu sagen: Danke an Elisa und Michael! Ohne euch wären die zwei nicht bei uns angekommen! Es werden spannende Zeiten und wir berichten weiter...

Clover Leaf Ranch proudly presents:

Spock

 

ehemals: VALERIO VULKAN
Norikerhengst
GEB: 01.03.2017

Vater: Vötter Vulkan XVII

Hugo-Kirk

 

ehemals: GRAF DIAMANT
Norikerhengst
GEB: 05.04.2017

Vater: Gardestern Diamant XVI


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